Zecken
Sie lauern im Gras, Farn und Gebüsch. Streichen Wildschwein, Reh oder Hirsch, Hund oder Katze oder der Wanderer, Jäger, Pilzsammler durch eben dieses Gras, Farn oder Gebüsch, fühlt und riecht die Zecke das sich nähernde Opfer und lässt sich - quasi im Vorübergehen - mitnehmen. Sie lässt sich nicht etwa fallen, sondern hängt sich an den vorbeilaufenen Wirt, wie sich das zukünftige Blutopfer in der Fachsprache nennen lassen muss.
Ist das Objekt der Begierde ein Tier, hält sich die Zecke zunächst im Fell des Opfers fest und geht von dort auf Wanderschaft. Geeignete Orte zum Stechen sind naturgemäß Stellen, die das Opfer schlecht erreichen kann. Ist das Opfer ein Mensch, sucht die Zecke nach dunklen, feuchten, faltigen Regionen - beim Menschen sind das unangenehmerweise nicht nur Kniekehle und Achsel, sondern auch Rücken, Hintern und Schambereich.
Interessanterweise kann man derzeit feststellen, dass die Zecken sich nicht mehr so lange auf Wanderschaft begeben wie noch vor Jahren, sondern mittlerweile immer schneller zustechen.
Was kann der Feld- und Waldbesucher - zwischen Pilzsammlern, erholungssuchenden Spaziergängern oder Förstern macht die Zecke übrigens keinen Unterschied - nun gegen den Zeckenstich tun?
Nun, wie so oft, gilt auch hier: Vorbeugen ist besser als Heilen!
Wie wir ja bereits gelernt haben, lässt sich die Zecke abstreifen, wenn man durch hohes Gras, Farn, generell durch Bewuchs bis etwa 1 Meter Höhe läuft. Dadurch erhalten wir auch unsere besten Tipps zur Prävention: Vermeiden Sie, soweit als möglich, solchen Bewuchs zu durchlaufen. Tragen Sie lange Kleidung, relativ glatte Stoffe erschweren der Zecke das Festhalten. Auch wenn es im Hochsommer schwer fällt, die Zecke an der Hose ist noch lange nicht am Körper. Helle Kleidung hilft zwar nicht besser als dunkle, aber den kleinen schwarzen Fleck erkennt man daran doch schneller. Zeckenspray erst direkt vor dem Waldbesuch auftragen, so wirkt es länger. Nach dem Waldbesuch Körper und Kleidung sorgfältig nach Zecken absuchen. Vergessen Sie bei Kindern auch das Haupthaar nicht. Ach ja: Glauben Sie bloß nicht, die Zecke ließe sich einfach so wegduschen.
Es ist doch passiert: Die Zecke hat zugebissen!
Hat sie bestimmt nicht. Zecken stechen, Sie beißen nicht. Trösten wird Sie das kaum. Haben Sie soviel Übung wie der Autor, bekommen Sie die Zecke mit einer Pinzette problemlos heraus, indem Sie sie so nah wie möglich an der Einstichstelle packen und nach hinten, also entgegen der Stichrichtung, herausziehen. Fühlen Sie sich da noch unsicher, dann lassen Sie sich von Ihrem Hausarzt helfen. Auch manche Apotheker sind hier hilfsbereit. Hören Sie bitte auf keinen Fall auf alte Hausmittel wie Öl oder Creme auf die Zecke, um sie zu ersticken. Das Tier gerät in Panik und versorgt Sie so durch "Spucken" in die Wunde garantiert mit noch mehr Krankheitserregern, als beim normalen Saugvorgang.
FSME und Borreliose - Impfen?
Bevor Sie sich oder gar Ihr Kind gegen FSME impfen lassen, sprechen Sie ausführlich mit Ihrem Arzt darüber. In einigen Gegenden und bei sehr häufigen Waldbesuchen mag das Impfen notwendig sein. Gerade bei Kindern ist aber beobachtet worden, dass das FSME Virus kaum Wirkung zeigt. Ob die Impfung bei Kindern daher überhaupt stattfinden soll, wird noch diskutiert. Ratsam ist daher jederzeit das Gespräch mit dem Hausarzt. Fallen Sie bitte auch nicht auf gewisse Panikmache herein: Es ist richtig, dass jede dritte bis zehnte Zecke gefährliche Erreger in sich trägt. Dabei handelt es sich aber um die Borreliose, gegen die es keinen in Deutschland zugelassenen Impfstoff gibt. Trotzdem will man die Menschen mit diesen Zahlen zum Impfen treiben.
Beobachten Sie Zeckeneinstichstellen genau. Erscheint nach Tagen bis Wochen eine Rötung um die Einstichstelle, lassen Sie sich unbedingt auf Borreliose untersuchen. Da diese Rötung leider nicht immer auftreten muss, achten Sie auch auf Gelenkschmerzen, Müdig- oder Mattigkeit. Auch hier könnte ein Zeckenstich mit Borreliose-Folge die Ursache sein.
Beachten Sie auch den diesen Bericht des ARD-Magazines report hierzu:
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